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	<title>Keine KI für Verträge nutzen-Archiv - Klartext &amp; Kleingedrucktes</title>
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	<title>Keine KI für Verträge nutzen-Archiv - Klartext &amp; Kleingedrucktes</title>
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		<title>Verträge mit KI</title>
		<link>https://kanzlei-niesert.de/vertraege-mit-ki/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Claudia Niesert]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 22 Jun 2026 12:24:59 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[AGB]]></category>
		<category><![CDATA[Verträge]]></category>
		<category><![CDATA[Keine KI für Verträge nutzen]]></category>
		<category><![CDATA[KI und Recht]]></category>
		<category><![CDATA[Verträge mit KI]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Warum Verträge von der KI nichts taugen Hast du schon mal die KI gefragt, ob sie dir schnell einen Coaching-Vertrag schreibt? Oder ein anderes juristisches Dokument aufsetzen kann? Keine Angst, du bist damit nicht allein.Es ist ja auch verlockend. Du tippst „Schreib mir einen Coaching-Vertrag&#8220;, zwei Minuten später liegt da ein Dokument, das richtig professionell [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://kanzlei-niesert.de/vertraege-mit-ki/">Verträge mit KI</a> erschien zuerst auf <a href="https://kanzlei-niesert.de">Klartext &amp; Kleingedrucktes</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h1 class="wp-block-heading">Warum Verträge von der KI nichts taugen</h1>



<p class="wp-block-paragraph">Hast du schon mal die KI gefragt, ob sie dir schnell einen Coaching-Vertrag schreibt? Oder ein anderes juristisches Dokument aufsetzen kann? Keine Angst, du bist damit nicht allein.Es ist ja auch verlockend. Du tippst „Schreib mir einen Coaching-Vertrag&#8220;, zwei Minuten später liegt da ein Dokument, das richtig professionell aussieht, sauber strukturiert ist und sich schön juristisch anhört.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und genau da ist der Hund begraben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">(Kleiner Insider am Rande: Wenn ich mit Claude arbeite, weist die KI mich ständig darauf hin, dass sie keine Juristin ist. Ich will dann jedes Mal zurückschreiben „Schon klar, aber ich, ICH bin Juristin.&#8220; 😅 Sie hat trotzdem recht mit dem Hinweis.)</p>





<h2 class="wp-block-heading">Warum sich das so gut anfühlt und trotzdem schiefgeht</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Das Problem ist nicht, dass der KI-Vertrag amateurhaft aussieht oder klingt. Im Gegenteil. Er sieht aus wie aus dem Lehrbuch. Genau das ist die Falle. Du liest etwas, das nach Recht klingt, und dein Kopf hakt es als „erledigt&#8220; ab. Und ehrlich: wir lieben es doch, so unsexy Themen wie Verträge, AGB, Datenschutzerklärung etc. endlich aus dem Kopf zu bekommen und abzuhaken. Schläft sich gleich viel ruhiger. Selbst für mich als Anwältin ist es sehr beruhigend, wenn ich juristische Themen abgehakt habe.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nur ist &#8222;klingt nach Recht&#8220; nicht gleich &#8222;rechtssicher&#8220;. Und der Unterschied zwischen den beiden kostet dich im Zweifel richtig Geld und Nerven. Zeit für Klartext also.</p>



<h3 class="wp-block-heading">1. Die KI halluziniert 🦄</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Sie erfindet Dinge, die total plausibel klingen. Für einen Insta-Post ist das egal, da kommt es nicht auf jedes Wort an. In einem Vertrag aber willst du absolut keine erfundenen Klauseln oder Verweise auf Paragrafen, die es so gar nicht gibt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Gemeine daran: Du merkst es nicht. Ein erfundener Paragraf sieht genauso seriös aus wie ein echter. Und solange niemand genauer hinschaut, fällt es auch nicht auf. Bis es jemand tut. Meistens die Gegenseite, und meistens im denkbar schlechtesten Moment.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich bin tagtäglich immer wieder über die Kreativität der KI überrascht, meistens positiv, manchmal negativ. Ich finde es an einem einfachen Beispiel sehr gut nachvollziehbar: ich brauchte eine Information und wusste, dass sie entweder in PDF A ode PDF B vorhanden ist. Ich hab also beide PDF bei der KI hochgeladen und nach der Info gefragt und gebeten, dass mir die KI genau sagt, auf welcher Seite, welcher Absatz.<br>Gesagt, getan, zack, ich bekam eine Antwort. Nur stand da nicht die Antwort auf meine Frage. Es war nicht nur der falsche Absatz. Es war auch noch die falsche Seite im <strong>falschen&nbsp;</strong>Dokument. Ernsthaft?!?&nbsp;😐</p>



<p class="wp-block-paragraph">Du siehst also&#8230; wenn so ein einfacher Task schon gründlich in die Hose geht, wie soll es dann bei rechtlichen Dokumenten vernünftig funktionieren?</p>


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<div class="wp-block-kadence-column kadence-column521_4cbcf2-b5"><div class="kt-inside-inner-col">
<p class="wp-block-paragraph">Besonders bemerkenswert fand ich, dass das Magazin Focus Online ein Interview mit ChatGPT geführt hat. ChatGPT hat im Interview zugegeben (okay, das wussten wir schon, war also keine krasse neue Erkenntnis), dass sie halluziniert. Aber gleichzeitig hat sie dann auch gesagt, &#8222;wer mich blind kopiert, fällt hin.&#8220; So im <a href="https://www.focus.de/digital/wer-mich-blind-kopiert-faellt-hin-chatgpt-ueber-seine-grenzen_191f1653-c2ea-4a5e-a416-a0f8e896e100.html">Interview am 10.07.2025 bei Focus Online</a>.</p>
</div></div>



<div class="wp-block-kadence-column kadence-column521_f1b507-7c"><div class="kt-inside-inner-col"></div></div>

</div></div>


<p class="wp-block-paragraph" style="border-top-left-radius:0px;border-top-right-radius:0px;border-bottom-left-radius:0px;border-bottom-right-radius:0px;margin-right:0;margin-left:0"></p>



<h3 class="wp-block-heading">2. Sie kennt deinen Rechtsstand nicht 📝</h3>



<p class="wp-block-paragraph">KI lernt aus Daten der Vergangenheit. Gesetze ändern sich aber laufend, gerade im Verbraucher- und Widerrufsrecht. Das Ergebnis sind veraltete Formulierungen, die heute so nicht mehr funktionieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Stell dir vor, du verkaufst ein Online-Programm an Privatpersonen und deine Widerrufsbelehrung ist auf dem Stand von vorgestern. Im Ernstfall verlängert sich das Widerrufsrecht dann wegen fehlerhafter Widerrufsbelehrung um ein ganzes Jahr auf insgesamt 12 Monate und 14 Tage. Heißt: Jemand kann dein komplettes Programm durchziehen und am Ende trotzdem sein Geld zurückverlangen. Das wäre richtig nervig.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gerade letztens erst habe ich die KI eine steuerliche Frage gestellt (ich teste sie ganz gerne mal um zu sehen, ob sie besser wird) und dann bekam ich eine Antwort, die seit Januar 2025 nicht mehr gilt. Das ist juristisch gesehen Rechtsgeschichte&#8230;</p>



<h3 class="wp-block-heading">3. Sie mischt fröhlich US-Recht rein 🇺🇸</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Ein riesiger Teil des Trainingsmaterials ist englischsprachig. So landen Klauseln in deinem Vertrag, die im US-Recht völlig normal, im deutschen Recht aber unwirksam sind. Sieht ebenfalls gut aus, liest sich toll, bringt dir aber nix.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Du denkst, dass du jetzt die Haftung für alles und alle ausgeschlossen hast, das ist aber im deutschen Recht überhaupt nicht möglich. Zack, Abmahnung im Briefkasten, Kosten, Nerven. Das braucht doch niemand.</p>



<h3 class="wp-block-heading">4. Sie weiß nichts über DEIN Business 🎯</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Online-Kurs oder 1:1? B2B oder B2C? Was ist bei dir inklusive, was nicht? Genau das entscheidet, welche Regelungen du überhaupt brauchst. Die KI kann das nicht wissen, also rät sie.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und raten ist bei Verträgen keine gute Strategie. Ein Vertrag für ein Gruppenprogramm sieht komplett anders aus als einer für eine intensive Einzelbegleitung. Was passiert, wenn deine Kundin drei Termine platzen lässt? Wer trägt das Risiko, wenn sie mittendrin aussteigen will? Das sind keine Kleinigkeiten, das sind genau die Punkte, an denen es später kracht. Ich habe genug Mandant:innen beraten, die genau mit diesen Fragen zu mir kamen. Die hatten zwar den Vertrag nicht mit der KI erstellen lassen, sondern ein Muster von der Stange gekauft, aber das ist in diesen Punkten genauso unzuverlässig, wie die KI.</p>



<h3 class="wp-block-heading">5. AGB-Recht ist ein Minenfeld 💥</h3>



<p class="wp-block-paragraph">In Deutschland gibt es strenge Regeln, welche Klauseln in AGB zulässig sind. Eine Klausel, die zu weit geht, ist im Zweifel komplett unwirksam, und dann gilt das Gesetz statt deiner Regelung. Die KI prüft das nicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das ist wie ein Sicherheitsnetz, in das jemand heimlich ein paar große Löcher geschnitten hat. Solange du oben balancierst, merkst du nichts. Sobald du fällst, ist das Netz auf einmal gar keins mehr.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Heißt das, KI ist fies? Muss ich &#8222;Hasta la vista&#8220; sagen?</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ich nutze sie selbst jeden Tag, fürs Brainstorming, fürs Strukturieren, für Texte. Sie ist großartig, wenn es darum geht, schneller zu denken und ins Tun zu kommen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nur eben nicht für das, was dein Business im juristischen Ernstfall schützen soll. Lass die KI machen, was sie gut kann, und gib das, was im Streitfall zählt, in Hände, die dein Business verstehen und sich mit deutschem Recht auskennen. Das gilt insbesondere für AGB, Verträge, Datenschutz und sonstige wichtige Dokumente.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Woran du einen wirklich sicheren Vertrag erkennst</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ein guter Vertrag ist auf dein konkretes Angebot zugeschnitten, nicht von der Stange. Er ist auf dem aktuellen Rechtsstand, spielt im deutschen Recht und nicht irgendwo zwischen den Kontinenten, und er regelt genau die Punkte, an denen es bei dir realistisch knallen kann.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vor allem aber tut er das, was zählt: Er hält, wenn es drauf ankommt. Nicht nur beim Drüberlesen, sondern beim Streit.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bis dahin, Claudia ⚖️</p>
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