AGB kopieren?

AGB kopieren? Was soll schon schief gehen… oder?
(meiner Erfahrung nach einiges…. 😬

Letztens (mal wieder) in der Beratung: „Ähm, ja, Claudia, ich hab die AGB vor einigen Jahren… nun ja, sagen wir mal so, aus dem Internet kopiert.“
Ich bekomme bei solchen Aussagen sofort Herzrasen und einige neue graue Haare. Ich weiss, dass es total überfordernd ist, sich selbständig zu machen, an alles zu denken, alles möglichst professionell aufzustellen usw und so fort. Ich verstehe, dass Gründer:innen sparen, wo sie können. Die Gründungsphase kann echt hart sein.

ABER! Du musst keine AGB haben. Das ist (im Gegensatz zur Datenschutzerklärung) keine Pflicht.

Jetzt zu dir: du hast deine AGB irgendwann mal von einer Kollegin abgekupfert. Oder von einer Website, die professionell aussah. Oder du hast einfach ein bisschen hier und da zusammengebastelt – Hauptsache, da steht irgendwas.

Ich versteh das: Du bist damit nicht allein. Das machen gefühlt 80% aller Selbstständigen so. Und ich versteh’s. Wer hat schon Zeit und Lust, sich durch Paragrafendschungel zu kämpfen, wenn man eigentlich Kund:innen begleiten will?

Das Problem ist nur: Kopierte AGB können dich richtig teuer zu stehen kommen. Und ich mein das wirklich-wirklich ernst.

Was sind eigentlich AGB?

Lass uns kurz klären, worum es hier geht.

AGB – also Allgemeine Geschäftsbedingungen – sind die Spielregeln deines Business. Sie regeln, was gilt, wenn ein:e Kund:in bucht, wann Zahlungen fällig sind, was passiert, wenn jemand absagt, und noch einiges mehr.

Das Gemeine daran: Wenn deine AGB fehlerhaft sind – zum Beispiel weil du einfach die einer anderen Branche kopiert hast – können einzelne Klauseln unwirksam sein. Einfach so. Ohne dass du’s merkst. Und ohne dass dich jemand vorher warnt.

Die drei häufigsten Probleme mit kopierten AGB

1. Sie passen nicht zu deinem Angebot.

AGB für einen Online-Kurs funktionieren anders als AGB für 1:1-Coaching. AGB für physische Produkte sind nochmal was komplett anderes. Wer die falsche Vorlage nimmt, regelt im Zweifel gar nichts – weil die Klauseln schlicht nicht anwendbar sind.

2. Sie sind rechtlich veraltet.

Das Recht ändert sich. Was vor drei Jahren noch okay war, kann heute problematisch sein – zum Beispiel beim Datenschutz, beim Widerrufsrecht oder bei der Preisangabe. Kopierst du alte AGB, schleifst du alte Fehler gleich mit.

3. Du haftest für fremden Inhalt.

Das klingt abstrus, ist aber so: Wenn in deinen AGB Klauseln stehen, die gegen geltendes Recht verstoßen, haftest du dafür. Nicht die Person, von der du sie kopiert hast. Dich kann abgemahnt werden. Mit echten Kosten. 💡

Was du stattdessen tun kannst

Du musst kein Jurastudium nachholen. Aber du solltest deine AGB einmal wirklich anschauen lassen – von jemandem, der weiß, was er tut.

Das muss nicht kompliziert sein. Und es muss auch nicht teuer sein.

Was es sein muss: individuell. Dein Business ist nicht wie jedes andere. Deine AGB sollten es auch nicht sein.

Klartext

AGB sind kein nerviges Pflichtprogramm, das du irgendwie abhakst. Sie sind dein Schutz. Dein Netz unter dem Hochseil.

Und ja – sie können auch ein echtes Argument sein, wenn ein:e Kund:in plötzlich nicht zahlen will, eine Stornierung fordert oder behauptet, das war alles ganz anders besprochen.

Ohne funktionsfähige AGB stehst du dann im Zweifel mit leeren Händen da.

Was jetzt?

Wenn du gerade nickst und denkst „Oh. Das könnte ein Problem sein“ – dann ist das ein gutes Zeichen. Denn jetzt weißt du’s.

📝 Ich schaue mir deine AGB gerne an und sag dir, wo’s hakt – und wie wir das gemeinsam geradebiegen.

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Dieser Blogbeitrag ist allgemeines Rechtswissen und keine individuelle Rechtsberatung. Du hast konkrete Fragen zu deinen AGB? Dann meld dich – dafür bin ich da.

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